Deutschland hat ein Rentenproblem.

Ein Arbeitnehmer, der 45 Jahre lang exakt das Durchschnittseinkommen verdient, erhält 2026 als sogenannter Standardrentner rund 1.913 Euro gesetzliche Bruttorente im Monat.

Jetzt machen wir ein Gedankenexperiment.

2026 beträgt das Durchschnittsentgelt rund 51.944 Euro. In die gesetzliche Rentenversicherung fließen insgesamt 18,6 Prozent des Bruttolohns – jeweils zur Hälfte von Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

Was wäre passiert, wenn solche Rentenbeiträge über Jahrzehnte einen persönlichen Kapitalstock aufgebaut hätten?

Schon bei langfristig angenommenen 7 Prozent Aktienrendite führt der Zinseszinseffekt über 40 oder 45 Jahre zu einem Vermögen im Millionenbereich.

Unser Rentensystem baut für den einzelnen Arbeitnehmer keinen vergleichbaren Kapitalstock auf. Die laufenden Beiträge finanzieren im Wesentlichen die laufenden Renten.

Deutschland wird älter.

Genau deshalb halte ich es für einen historischen Fehler, dass der Kapitalmarkt über Jahrzehnte kaum eine tragende Rolle in unserer Altersvorsorge gespielt hat.

Die Frühstart-Rente mit 10 Euro monatlich ist ein Anfang. Gemessen an der Dimension des Problems wirkt sie allerdings sehr klein.

Deutschland braucht langfristig eine stärkere Aktienkultur.

Beim Investieren ist unser wertvollster Rohstoff Zeit.

– Atlas

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